In den >Außenseiten< lässt das Haus am Wehrsteg Comic auf die Sammlung Prinzhorn treffen. Die Werke dafür werden im öffentlichen Raum gezeigt und eigens erstellt.
Zum Podcast der >Außenseiten<.
Der bekannte Zürcher Comic-Zeichner Nando von Arb adaptiert in seiner >Außßenseite< Teile einer autobiografischen Bildergeschichte Rudolf Heinrichshofens.
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Von Arb wählt in seiner eigenen „Außenseite“ insbesondere den Wurm als Motiv aus – der indirekt auch in Heinrichshofens Leben eine Rolle spielte. Sein Bruder starb 1891 an einer Trichinen-Infektion. Das sind parasitäre Fadenwürmer, die sich im Wirt entwickeln nach dem Verzehr von ungekochtem Fleisch. Heinrichshofen deutete den Tod seines Bruders als jüdische Verschwörungstheorie und befürchtete, auch selbst ein Opfer zu werden. Von Arb deutet das in seinem Comic um als Leben, in dem der Wurm drin ist. Der Wurm steht symbolisch für eine unheilvolle Kreatur, die in der Lage ist, andere anzustecken. Seine Geschichte für die „Außenseite“ ist farblich an Heinrichshofens Darstellungen angelehnt und übernimmt dabei dessen Eigenart in Text- und Bildkombination. Verdichtet und erzählerisch zugespitzt geht es bei von Arb auch darum, wie eine „innere Verwirrung“ oder eine „falsche Wahrheit“ vergiftet und nach außen gekehrt werden kann.
Nando von Arb hat beim Entwurf oft eine ähnliche Arbeitsweise wie Heinrichshofen: Er klebt die ausgeschnittenen Panels und Schriftstücke zusammen und arrangiert sie lose auf einem Blatt Papier. Diese werden dann mit Klebestreifen und Leim fixiert. Sein Original für die „Außenseite“ hat das Format DinA2 – es ist größer als Heinrichshofens Formate, da es auch nicht für ein Buch geplant war.
Seine Inspiration findet Nando von Arb oft in den kleinen Momenten des Alltags. Comic hat er erst spät für sich entdeckt. Stattdessen haben ihn vor allem Kinderbücher und Fotografien sowie Art Brut und Volkskunst geprägt.
“Heinrichshofen war ein privilegierter Mensch, der alles verlor und dann anfängt, Schuldige für sein Unglück zu suchen. Diese falsche Wahrheit vergiftet ihn und führt ihn ins Verderben. Damit schlage ich auch einen Bogen zur heutigen politischen Situation, die von Verschwörungen und Verschwörungstheorien geprägt ist.”
Nando von Arb über sein Werk in einem Interview zu seiner >Außenseite<
“Nando von Arb gelingt es in seiner "Außenseite" mutig etwas über die „innere Korruption“ des Menschen zu sagen und dies – garniert mit groteskem Witz – direkt auf die Straße und unter die Leute zu bringen.”
Matthis Bacht (Leiter des Haus am Wehrsteg), Initiator und Kurator der „Außenseiten“
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Abbildung: Rudolf Heinrichshofen, selbstgearbeitetes Buch mit Bildergeschichten zum Zeitgeschehen und illustrierter Autobiografie, Inv. Nr. 2763, Fall Nr. 228, Samlung Prinzhorn, um 1919
Heinrichshofens Werk ist aktuell in der Ausstellung “ Wer bin ich? Bilder der Identitätssuche ” im Museum Sammlung Prinzhorn zu sehen (20. November 2025 bis 19. April 2026).
Siehe auch: www.sammlung-prinzhorn.de
Zum Podcast der >Außenseiten<.
Der bekannte Zürcher Comic-Zeichner Nando von Arb adaptiert in seiner >Außßenseite< Teile einer autobiografischen Bildergeschichte Rudolf Heinrichshofens.

Von Arb wählt in seiner eigenen „Außenseite“ insbesondere den Wurm als Motiv aus – der indirekt auch in Heinrichshofens Leben eine Rolle spielte. Sein Bruder starb 1891 an einer Trichinen-Infektion. Das sind parasitäre Fadenwürmer, die sich im Wirt entwickeln nach dem Verzehr von ungekochtem Fleisch. Heinrichshofen deutete den Tod seines Bruders als jüdische Verschwörungstheorie und befürchtete, auch selbst ein Opfer zu werden. Von Arb deutet das in seinem Comic um als Leben, in dem der Wurm drin ist. Der Wurm steht symbolisch für eine unheilvolle Kreatur, die in der Lage ist, andere anzustecken. Seine Geschichte für die „Außenseite“ ist farblich an Heinrichshofens Darstellungen angelehnt und übernimmt dabei dessen Eigenart in Text- und Bildkombination. Verdichtet und erzählerisch zugespitzt geht es bei von Arb auch darum, wie eine „innere Verwirrung“ oder eine „falsche Wahrheit“ vergiftet und nach außen gekehrt werden kann.
Nando von Arb hat beim Entwurf oft eine ähnliche Arbeitsweise wie Heinrichshofen: Er klebt die ausgeschnittenen Panels und Schriftstücke zusammen und arrangiert sie lose auf einem Blatt Papier. Diese werden dann mit Klebestreifen und Leim fixiert. Sein Original für die „Außenseite“ hat das Format DinA2 – es ist größer als Heinrichshofens Formate, da es auch nicht für ein Buch geplant war.
Seine Inspiration findet Nando von Arb oft in den kleinen Momenten des Alltags. Comic hat er erst spät für sich entdeckt. Stattdessen haben ihn vor allem Kinderbücher und Fotografien sowie Art Brut und Volkskunst geprägt.
“Heinrichshofen war ein privilegierter Mensch, der alles verlor und dann anfängt, Schuldige für sein Unglück zu suchen. Diese falsche Wahrheit vergiftet ihn und führt ihn ins Verderben. Damit schlage ich auch einen Bogen zur heutigen politischen Situation, die von Verschwörungen und Verschwörungstheorien geprägt ist.”
Nando von Arb über sein Werk in einem Interview zu seiner >Außenseite<
“Nando von Arb gelingt es in seiner "Außenseite" mutig etwas über die „innere Korruption“ des Menschen zu sagen und dies – garniert mit groteskem Witz – direkt auf die Straße und unter die Leute zu bringen.”
Matthis Bacht (Leiter des Haus am Wehrsteg), Initiator und Kurator der „Außenseiten“

Abbildung: Rudolf Heinrichshofen, selbstgearbeitetes Buch mit Bildergeschichten zum Zeitgeschehen und illustrierter Autobiografie, Inv. Nr. 2763, Fall Nr. 228, Samlung Prinzhorn, um 1919
“Nando von Arb
erzählt die autobiografische Geschichte Heinrichshofens mit seinen Mitteln
kongenial nach. Indem er dabei deren Pointe an unsere Zeit heranführt und in
seiner Bildkomposition das Schlusstableau für den Betrachter öffnet, wird
deutlich, dass uns der historische Anstaltsinsasse mit seiner irrationalen
Weltsicht gar nicht so fremd ist.”
Thomas Röske (Leiter der Sammlung Prinzhorn), Co-Kurator der „Außenseiten“
Thomas Röske (Leiter der Sammlung Prinzhorn), Co-Kurator der „Außenseiten“
Heinrichshofens Werk ist aktuell in der Ausstellung “ Wer bin ich? Bilder der Identitätssuche ” im Museum Sammlung Prinzhorn zu sehen (20. November 2025 bis 19. April 2026).
Siehe auch: www.sammlung-prinzhorn.de